Make-to-Order im Ersatzteillager

Make-to-Order im Ersatzteillager einsetzen

Make-to-Order muss nicht unbedingt ein lästiges Übel bei schlecht laufenden Ersatzteilen sein. Selbst bei hoher Variantenzahl können Sie einen spezialisierten Prozess schlank implementieren.

Denn sehr ähnliche Ersatzteile bringen oft alle Voraussetzungen mit, sowohl schnell wie auch einfach hergestellt werden zu können.
Das gilt ganz besonders für längenabhängige Artikel des After Sales. Wie Sie es schaffen können, zumindest Teile Ihres Ersatzteil-Portfolios am gleichen Tag im Rahmen der Auftragsabwicklung zu produzieren, finden Sie im folgenden Beitrag.

Sie sehen hier einen von mehreren Beiträgen zur Lager-Optimierung.
Sie können weitere Beiträge finden, indem Sie in der Seitenleiste mit Ihren individuellen Begriffen suchen. Oder Sie nutzen die Stichwortsuche, zum Beispiel mit "Ersatzteillager".

Damit senken Sie nicht nur den Bestand. Außerdem sinkt Ihr Verschrottungsrisiko. Und schließlich erhöhen Sie Ihre Liefertreue.


1. Make-to-Order im After Sales

Was ist ein Variantenteil?

Wir kennen im After Sales eine Fülle von Varianten-Teilen. Kennzeichen ist, dass sie sich nur durch einzelne Komponenten voneinander unterscheiden. Hierfür typische Beispiele sind Kits für

  • die Wartung,
  • den Umbau,
  • An- und Umbauten,
  • Zubehöre.

Daneben finden sich im Maschinenbau häufig längenabhängige Varianten. Klassische Vertreter sind

  • Meterware mit jeweils eigener Teilenummer,
  • Hydraulikschläuche,
  • Kabel mit Steckern,
  • Ketten.

Daneben dürfen Sie montierte Einheiten nicht vergessen. Ein Beispiel sind Reifen mit Felgen. Auch hier finden sich oft sehr viele Varianten.

Variantenteile per Make-to-Order herstellen

Gemeinsam ist allen diesen Teilen, dass sie in Summe als Produktgruppe häufig nachgefragt werden. Aber auf Ebene der einzelnen Teilenummer eben nur selten.

Aus diesem Grund ist Lagerhaltung nur ausnahmsweise eine erfolgversprechende Option. Im Gegenteil: schnelle Varianten-Fertigung und damit Make-to-Order ist ein Baustein zur Senkung des Ersatzteil-Bestands. Auch die Einschaltung Dritter, und sei es die eigene Produktion, vermag die geforderte Geschwindigkeit im Ersatzteilgeschäft selten einzuhalten. Allein ein separater Versand direkt vom externen Produzenten zum Kunden bietet sich in solchen Fällen gelegentlich an. Allerdings gilt auch für Variantenteile, dass mit steigender Gängigkeit Lagerhaltung angeraten ist. Damit einher geht zwingend eine angepasste Verfügbarkeitsprüfung.

Lohnt sich immer eine Make-to-Order-Herstellung?

Die Antwort hängt von nachgefragten Mengen und der Häufigkeit ab. Natürlich erzielen Sie Skalen-Effekte, wenn Sie gängige Varianten in großer Stückzahl fertigen können. Damit entspannen Sie zudem die Hektik während der Auslieferung.

Eine vorlaufende Bedarfsplanung hilft, die Komponenten vorrätig zu haben. Bei einer Klassifizierung nach Gängigkeit müssen Sie dann allerdings auch Verbräuche durch Fertigungsaufträge berücksichtigen. Unter dem Strich wird durch Make-to-Order auch der Lagerbestand aus Komponenten und Kits geringer gehalten, als wenn schlecht planbare Endprodukte vorrätig wären.
Damit ist die on-demand Herstellung von selten nachgefragten Variantenteilen ein durchaus relevanter Beitrag zur Bestandsoptimierung von Ersatzteilen.


Bewertung von Variantenteilen

In der betriebswirtschaftlichen Betrachtung stellen sich Sets als Produktionsteile dar. Die Ermittlung des Werts geht den Weg über die Herstellkosten-Rechnung per Stückliste. Hinzu kommen manchmal Zuschläge. Liegt ein Arbeitsplan mit bewerteten Arbeitszeiten vor, so fließen auch Zeiten in die Bewertung ein. Es handelt sich allerdings um eher selten gängige Teile. Daher sollten Sie den Stammdaten-Aufwand minimieren. Deshalb müssen Sie den Einsatz spezifischer Arbeitspläne durchaus kritisch hinterfragen. Doch dieser Pareto-Ansatz ist im Ersatzteilmanagement durchaus geläufig.

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Verkaufspreise von Variantenteilen

Die Ermittlung von Verkaufspreisen für Variantenteile kann nur selten Bottom up erfolgen. Meist stellt sich bei Kits die Herausforderung, den Preis des Kits niedriger zu halten, als die Summe der Preise von Komponenten. Damit wird es dem Kunden auch preislich schmackhaft gemacht, Teile im Kit zu kaufen. Dies können gelegentlich auch mehr Teile sein, als zwingend erforderlich. Damit beugen Sie Eventualitäten vor. Darüber hinaus ist es auch für Kunden organisatorisch von Vorteil, lediglich eine einzige Position zu bestellen. Häufig ist die einzige Alternative für Kunden die Bestellung mehrerer Positionen, womöglich händisch ermittelt. Dadurch werden Fehler vorprogrammiert. Aus solchen Fehlern resultieren dann womöglich hohe Retourenquoten.

Ganz anders sieht es bei hochwertigen Variantenteilen aus. Oft betrifft dies Umbau- und Zubehör-Kits. Hier können Ihre Kunden möglicherweise die  Kits buchhalterisch aktivieren. Daraus ergeben sich  zumeist größere Gestaltungsspielräume für den Verkaufspreis.


Mehr Umsatz durch quasi immer verfügbare Variantenteile

Doch wieso sollte mit einem Make-to-Order Ansatz mehr Umsatz generiert werden?

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Einserseits reduzieren Sie für Kunden lästigen Aufwand. Der Kunde kauft eben alles, was erforderlich ist. Sogar nur einer mit einzigen Position. Andererseits verlässt sich die Service-Organisation auf sofortige Verfügbarkeit. Sie müssen es allerdings auch hinkriegen.
Wenn Sie das schaffen, können Sie Ihren Endkunden einfach und schnell solche Kits anbieten. Das ist ein Vorteil gerade in mehrstufigen Service- und Vertriebskanälen.
Darüber hinaus sind werbende Kataloge und Flyer möglich. Ein Kit lässt sich eben besser bewerben, als eine Summe einzelner Teile. Oft reicht schon ein einziges Foto. Dadurch können Sie eine ganze Produktfamilie sinnvoll darstellen.
Es kommt hinzu, dass auch beim Austausch von Monopolteilen meist auch wettbewerbsgefährdete Teile benötigt werden. Alles zusammen können Sie zu einem Ersatzteilkit schnüren. Dadurch steigt Ihr Absatz trotz Preis-Wettbewerb.


2. Kits zusammenstellen

In der einfachsten Form der Herstellung der Variantenteile wird lediglich ein Set zusammengestellt. Mehrere Teile kommen in eine Tüte oder in einen Karton. Gegebenenfalls wird eine Anleitung hinzugefügt. Speziell bei Service-Kits kann auch eine Checkliste Sinn machen, die dem Kunden als Nachweis einer Wartung ausgehändigt wird.
Auch in dieser einfachsten Form muss die Qualität der Leistung im Vordergrund stehen. Dies betrifft natürlich die schnelle Abwicklung, also die Komponente Zeit. Eine Methode schneller Abläufe ist die Wege-Optimierung. Wenn alle Kitting-Komponenten nahe am Kitting-Arbeitsplatz liegen, wird die Durchlaufzeit minimiert.
Fast genauso wichtig ist die eindeutige Identifizierbarkeit der Kits, und auch der Komponenten. Eindeutige Benennungen helfen nicht nur dem Service-Techniker. Zudem kann durch Auswertung des Teileverwendungsnachweises der Einsatz für Endgeräte angedruckt werden.


Datenhaltung in Stücklisten

Im Fall des Kittings existieren die Stücklisten meist nur im After Sales. Allenfalls in Einzelfällen gibt es Zusammenhänge zu Fertigung und Montage der Endprodukte. Im einfachsten Fall wird auf Arbeitspläne verzichtet. Hiermit ist die Basis für eine hohe Autonomie gegeben. Ganz im Sinne von Pareto wird der Stammdaten-Aufwand klein gehalten.

Geschwindigkeit ist keine Hexerei

Entscheidend ist allerdings die Geschwindigkeit der Abwicklung. Im Maschinenbau sollte die Kit-Bildung als Make-to-Order schon am Tag des Auftragseingangs stattfinden. Nur so verhindern Sie, dass sich aus Sicht des Kunden kein Unterschied zu lagergängigen Ersatzteilen ergibt. Das dazugehörige Kundenvertrauen will allerdings erst erworben werden.

Mit der Anforderung schneller Prozesse entfällt natürlich die sonst übliche Erzeugung von Fertigungs-Aufträgen im Batch. Damit wird Make-to-Order zum one-piece-flow. Und nur so ein Vorgehen ermöglicht überhaupt erst eine Auslieferung jeweils konsolidierter Kundenaufträge in einer Sendung.


3. Einfache Produktion implementieren

Nur wenig komplizierter dürften alle Formen des Ablänges sein. Auch hier steuert eine Stückliste den Verbrauch der Komponenten. Typisches Beispiel einer Komponente ist Kabel von der Trommel. Die Varianten (=Kabel) sind im Ersatzteilbuch separate Nummern, mit jeweils unterschiedlicher Länge.

Eine Steigerung der Komplexität entsteht häufig dadurch, dass die Stücklisten nicht mehr nur im After Sales genutzt werden. Konsistente Daten (im Sinne der ISO 9000) lassen sich dann nur durch eine Lenkung der entsprechenden Dokumente erreichen. Schließlich darf die Stückliste im Ersatzteilwesen nicht anders sein, als die in der Serienproduktion.

Eine zusätzliche Steigerung der Komplexität stellt die Kombination beider zuvor gezeigten Formen der Variantenteile dar: variable Längen einer Komponente zusammen mit verschiedenen "Adaptern":

  • Ketten mit Kettenankern,
  • Schläuche mit Anschluss-Stücken,
  • Kabel mit Steckern

sind typische Vertreter dieser Variantenteile. Weiteres Kennzeichen sind einfache Montage-Arbeitsgänge, oder sogar Produktionsschritte mit Maschinen. In diesen Fällen kommen daher in der Bewertung nicht selten Zuschläge für Maschinen-Einsatz zur Anwendung.


Werbung zur Umsatz-Steigerung unerlässlich

Häufig werden gerade Kits erst nach bereits veröffentlichten Ersatzteilbüchern geboren. Deshalb geht es nicht ohne Werbung. Woher wollte der Kunde sonst wissen, dass es sie gibt?

Die Werbung selbst orientiert sich an Avataren:

  1. Techniker werden per Flyer angesprochen, gerne als Beipack zu einzelnen (Wartungs-)Teilen
  2. auch auf der Maschine selbst können Aufkleber den Technikers helfen, auf einen Blick die richtige Artikelnummer zu identifizieren,
  3. Einkäufer von Ersatzteilen erhalten die Info über preisliche und organisatorische Vorteile per Mail, gerne auch im Webshop,
  4. Service-Leiter erfahren im Rahmen von Gesprächen und Mail, wie schlank sie deren Wartung und Umbauten durch Benutzung von Kits gestalten können.

So dienen Kits als eine Form von Variantenteilen explizit der Umsatzsteigerung im After Sales.


PDF-Download zum Make-to-Order Prozess im Lager

Sie können diesen Beitrag zum Kitting in Ersatzteillägern hier kostenlos als pdf herunterladen.


Kitting von Variantenteilen im Ersatzteillager hilft, Ihren Ersatzteilbestand zu senken und Kundenzufriedenheit zu erhöhen

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