Klassifikation von Ersatzteilen

Klassifikation Ersatzteile, Verschleißteile, Zubehöre, …

Klassifikation Ersatzteile, Verschleißteile, Zubehöre, …

29. Mai 2017
/ / /
Comments Closed

Klassifikation hilft, Ihr After Sales Angebot zu strukturieren

Die Zahl an Ersatzteilen, die mittelständische Maschinenbau-Unternehmen anbieten, liegt nicht selten im 6-stelligen Bereich. Eine gute Pflege ist die Ressource schlechthin, um profitablen Umsatz zu generieren. Allerdings haben viele in der Vergangenheit den Aufwand für eben diese Pflege gescheut. Dabei handelt es sich um eine Investition mit einem äußerst lukrativen ROI. Den Einstieg, um große unstrukturierte Datenmengen aufzubereiten, bietet die Klassifikation. Durch die Teilung in einzelne Klassen entstehen handhabbare Volumina. Hierdurch lassen sich Ersatzteil-Preise steuern und Verfügbarkeiten so einstellen, dass die Zufriedenheit Ihrer Kunden steigt. Und nicht etwa nur Ihr Bestand.
Natürlich hilft hier auch eine automatisierbare Klassifizierung nach Gängigkeit. Damit können Sie sich noch klarer auf gängige Teile fokussieren. Allerdings kann dies die inhaltliche Klassifikation nicht ersetzen.
Typische Klassen für Ersatzteile im Maschinenbau sind insbesondere

  • ausfallkritische Ersatzteile,
  • Verschleißteile,
  • sonstige Ersatzteile.

Zusätzlich zu diesen "echten" Ersatzteilen können Sie Ihre Kunden mit After Sales Artikeln wie

  • Werkzeugen,
  • Verbrauchsmaterialien,
  • Zubehören,
  • nachrüstbaren Maschinen-Optionen und Umbau-Kits

versorgen. Für jede dieser Klassen gelten andere Gesetzmäßigkeiten. Darum macht eine Klassifikation Sinn. Warengruppen können zusätzlich oder ergänzend für Transparenz sorgen.

Eine Ersatzteil-Klassifikation bestimmt wie ein Stellwerk, wohin die Reise geht

Wie eine Klassifikation umsetzen?

Unternehmen, die den Wert des After Sales erkannt haben, setzen auf Integration in der Datenpflege. Damit werden Klassen-Merkmale für Teile wie oben beschrieben bereits während der Konstruktion festgelegt. In einem lebenden After Sales Geschäft ergänzt der Service später um Zubehöre, Werkzeuge usw. Der Aufwand im laufenden Geschäft ist minimal.
Wenn jedoch solche Eigenschaften nicht gepflegt wurden, helfen Methoden für Massendaten. Die wichtigsten Hilfestellungen kommen über

  • die Bezeichnung,
  • die Warentarifnummer,
  • die Bezeichnung des Lieferanten,

und nicht zu vergessen

  • Ersatzteil-Bücher.

Zusätzlich hilft es, konstruierte Teile ("Zeichnungsteile") identifizieren zu können. Diese Informationen müssen Sie elektronisch verfügbar machen. Deshalb sind Download aus und Upload in ein ERP-System unerlässliche Handwerkszeuge. Die Aufbereitung selbst können Sie mit Office-Programmen durchführen. Diese ermöglichen auch umfangreiche Verknüpfungen. So können Sie aus der Kombination von Bestandteilen der Bezeichnung mit anderen Feldern eine hohe Treffsicherheit erzielen.
Aber bei sehr großen Datenmengen kommen eher Spezialisten wie IFCC oder innoscale zum Einsatz.

Pareto

Auch hier gilt: Pareto anwenden. Bei gängigen Teilen lohnt bereits im ersten Durchgang eine manuelle Korrektur. Da Sie auch Ladenhüter verkaufen, kommen Sie nicht umhin, auch diese zu pflegen. Aber eben nicht sofort.

Upload in das ERP-System

Die so gewonnenen Erkenntnisse sollten jetzt den Weg zurück in Ihr ERP-System finden. Meist befinden sich in ERP-Systemen eine Fülle von Feldern hierfür. Die gleichzeitige Nutzung mehrerer Inhalte in diesen Feldern sollte wohl bedacht sein.
So lässt sich aus den neu gewonnenen Informationen der maximale Nutzen ziehen. Und natürlich können Sie in einem Folgeschritt Ihre Ersatzteil-Bezeichnungen für einzelne Klassen normieren und gezielt aussagefähig machen.

Klassen für Preisbildung nutzen

Bäume wachsen bekanntlich nicht in den Himmel. Das gilt auch für Ersatzteil-Preise. Die Preiselastizität für Verbrauchsmaterial ist eine andere, als die für ausfallkritische Ersatzteile. Das Wissen um wettbewerbsintensive Artikel hilft Ihnen, Preise vorsichtiger zu gestalten, als bei Zeichnungsteilen. Damit ist eine Klassifikation Ihrer Teile wesentlicher Garant für eine ertragsoptimierte Bepreisung.

Klassen zur Steuerung der Verfügbarkeit einsetzen

Die Verfügbarkeit Ihrer Ersatzteile ist das Nummer 1 Kriterium, warum Kunden beim OEM kaufen. Die sofortige Verfügbarkeit schlägt sogar einen höheren Preis als beim Wettbewerb.
Durch die Klassifikation besitzen Sie ein weiteres Instrument, das Ihnen eine detaillierte Transparenz ermöglicht. Diese Transparenz können Sie individuell für erhöhte oder auch reduzierte Verfügbarkeiten einsetzen.

Darüber hinaus erlauben die Klassen Filterungen oder Sortierungen von Ersatzteilen, um z.B. manuell einzugreifen. Natürlich wollen Sie ausfallkritische Ersatzteile grundsätzlich an Lager haben. Denn wenn die Maschine bei Ihrem Kunden ausfällt, dann sind Sie zur Minimierung von deren Ausfallzeit gefordert. Sie werden auch Zubehöre nicht verkaufen, wenn diese nicht sofort lieferbar sind. Gleichzeitig verrät die Teileverwendung zum Beispiel, dass ein spezielles Werkzeug nur bei einer Uralt-Maschine einzusetzen ist. Damit kann auf eine zukünftige Bevorratung verzichtet werden.

Nicht jede Klasse bewerben

Macht es Sinn, ausfallkritische Ersatzteile zu bewerben? Wohl kaum.
Ganz im Gegensatz dazu ist es sinnvoll, ein "speziell für diesen Einsatzfall konzipiertes Öl" Kunden anzubieten. Denn wenn die nicht wissen, dass sie es auch bei Ihnen als "Original-Öl" mit Ihrem OEM-Aufkleber kaufen können, werden sie es beim Wettbewerb beziehen. Ähnlich verhält es sich mit alternativ einsetzbaren Ersatzteilen für unterschiedliche Verwendungen.

Bestandsziele je Klasse einsetzen

Wenn Sie, wie oben beschrieben, Ihre Verfügbarkeiten durch Klassifikation an den Bedürfnissen Ihrer Kunden ausrichten, binden Sie Kapital. Über ein Bestandscontrolling können Sie die Auswirkungen dieser Entscheidungen ermitteln. Damit stehen Ihnen für die Unterteilung der Beständen aussagefähige Parameter zur Verfügung.
Zusätzlich helfen aussagefähige Klassen bei der Auslegung Ihres Ersatzteillagers. Für jede Form von besonderem Lagertyp (Gefahrgut, Langgut, Glasscheiben, ...) lässt sich durch Klassifikation der Bestand in Kennzahlen ausdrücken.


Sie können diesen Beitrag kostenlos als pdf herunterladen.


"Nutze Deine Zeit, sie kommt nie wieder"
Ivan Blatter

Sie wollen Ihre Ersatzteile durch Klassifikation aufbereiten?

Nutzen Sie einen erfahrenen Consultant für Ihre Massendatenpflege

Melden Sie sich jetzt bei mir per Kontaktformular oder

 

 

Diplom-Ingenieur
Andreas E. Noll

Am Hang 12
61476 Kronberg


About Author

About Andreas E. Noll

Beratung in After Sales und Lagerlogistik.
Langjährige operative Erfahrung.
Diplom-Ingenieur Maschinenbau (Universität Dortmund)

top