Es dürfte wohl keinen Bereich im Maschinen- und Anlagenbau geben, der so lukrativ ist wie das Ersatzteilgeschäft. Damit kommt dem Ersatzteil-Pricing eine herausragende Bedeutung zu. Allerdings entsprechen die Ressourcen nur in wenigen Unternehmen dieser kritischen Rolle.
Die Bepreisung von Ersatzteilen wird damit zur Nebensache:

  • pauschale prozentuale Erhöhungen ersetzen durchdachte Konzepte,
  • Umsatz-Chancen werden nicht ergriffen,
  • gleichzeitig wandern Kunden ab, weil ganze Warengruppen völlig überteuert sind.

Dabei spielt ein Aspekt eine besondere Rolle:

der Umfang des kaum oder überhaupt nicht gängigen Sortiments

Dadurch ergibt sich ein hohes Maß an Ungewissheit. Doch mit den richtigen Tools können Sie dieser Unsicherheit begegnen.

Sie müssen keinen 6-stelligen Betrag für Software ausgeben, um ein vernünftiges Ersatzteil-Pricing aufzubauen. Sie können auch auf hochgezüchtete Schnittstellen verzichten. Noch. Denn der Ersatzteil-Markt wird transparenter. Damit steigen die Anforderungen an Ihre Reaktionsfähigkeit. Daher wird auch der Ruf nach kurzfristigeren Preisanpassungen lauter.
Noch reicht allerdings für eine ordentliche Ersatzteil-Preisliste Excel.
Zum Software-Einsatz mehr weiter unten.

Werkzeugkasten Ersatzteil-Pricing

Allerdings will auch Excel mit aktuellen Daten gefüttert werden. Die Basis-Daten stellt Ihr Stammdatenmanagement im ERP oder einem anderen ERP-System zur Verfügung. Excel selbst eignet sich nicht für eine konsistente Datenhaltung.
Erst wenn das Regelwerk für das Ersatzteilpricing zu kompliziert geworden ist, um es transparent abzubilden, sollten Sie über eine eigenständige Software nachdenken.

Doch Vorsicht:

jede Software kann nur so gut sein, wie deren Datenbasis es erlaubt.


Ergebnistransparenz als Basis

Bevor Sie loslegen sollten Sie wissen, wo Sie stehen. Denn wenn Sie als kurzfristiges Ziel eine Ergebnis-Steigerung von x Mio € festlegen, dann sollte Ihr Markt das hergeben. Klar ist, dass nur wenige Ersatzteile das Gros des Ergebnisses ausmachen. Für diese Aussage reicht eine einfach abc-Analyse. Wenn Ihre Top-Artikel dabei wegen überhöhter Preise bereits stark in der Kritik stehen, wird es schwierig. Denn dann reagiert Ihr Ersatzteil-Markt auf eine Preiserhöhung womöglich mit einem Absatz-Einbruch.

In der Analyse sind solche Artikel mit Vorsicht zu genießen, die Sie nur ein einziges Mal verkauft haben (in der Tabelle grau unterlegt). Deren Wahrscheinlichkeit auf erneuten Verkauf ist gering. Für die Ermittlung der Gängigkeit bedienen Sie sich der Klassifizierung. Diese können Sie ebenso automatisieren wie die Klassifizierung nach Teile-Wert.

Eine Auswertung wie oben gezeigt dient allerdings nicht nur der Analyse des Ist-Zustands. Mit diesen Daten können Sie in der Folge die Ergebnisse Ihres neuen Ersatzteil-Pricings simulieren. Daher lohnt es, in Analyse-Tools das gesammelte preisrelevante Wissen zu vereinen.


Preisstrategie festlegen

Eigentlich ist es ganz einfach: Sie legen fest, was Sie mit Ihrem Ersatzteilpricing erreichen wollen. Diese Überlegung muss allerdings deutlich über die gewünschte Brutto-Marge hinausgehen:

  • welche Einflussgrößen sollen in die Preisbildung für Ihre Ersatzteile einfließen?
  • wie wollen Sie bestimmte Kundengruppen abbilden?
  • wofür gewähren Sie Sonder-Konditionen?
  • welchen Einfluss sollen Service-Level auf den Ersatzteil-Preis haben?
  • wie hilft Ihnen das Ersatzteil-Pricing bei der Ausweitung von Markt-Chancen?
  • in welchem Umfang wollen Sie auf Marktpreise reagieren?
  • welche Ersatzteile sollen preislich voneinander abhängen? (zum Beispiel immer identisch kosten)

Aber es geht nicht nur um die Berechnung von Preisen. Sie müssen sich auch darüber klar sein, wie Sie diese Ziele umsetzen. Wer "hält im Zweifel den Kopf hin", wenn Kunden Preise reklamieren. Und wie erfahren Kunden, dass Ihr Sortiment jetzt wieder wettbewerbsfähig bepreist ist? Die logische nächste Frage kann nur lauten: wie stellen Sie sicher, dass dieses neue Wissen Ihrer Kunden dann auch zu Umsatz wird?

Endlich die Ersatzteil-Preise neu berechnen

Warum nicht dazu mit einem Tages-Workshop starten?

Hochpreisstrategie ausformulieren

Im nächsten Schritt prallen die Ziele auf die unvermeidlich mangelhafte Stammdaten-Qualität. Ihr Ziel kann es schwerlich sein, dass Sie jedes Ersatzteil manuell bewerten. Also brauchen Sie hart abrufbare Parameter, auf die sich Ihre Preis-Kalkulation stützt.

Im Bild sehen Sie einige Ansätze zur Segmentierung Ihrer Ersatzteile für die Bepreisung. Hierfür können Sie die eigene Ersatzteil-Klassifikation nutzen. Der Wermuts-Tropfen: eine solche Segment-Bildung, zum Beispiel in Warengruppen, müssen Sie manuell durchführen. Dafür können Sie sie nicht nur für das Ersatzteil-Pricing verwenden. Denn auch für Ihre Werbung eignet sie sich als Basis.


Teile-Familien im Ersatzteil-Pricing

Oft gibt es Familien ähnlicher Teile. Im einfachsten Fall sind sie nur spiegelverkehrt. Zum Beispiel ein rechtes und ein linkes Scharnier. Oder eine Abdeckung oben und unten. Dann sollte der Preis identisch sein, und zwar unabhängig von den Kosten. Gleiches gilt etwa für Sprühdosen mit Lack. Ganz egal, welche Mengenrabatte es jeweils gibt: der Preis ist in erster Näherung gleich.

Es gibt auch Ersatzteile, die unterscheiden sich (fast) nur in der Länge oder in der Leistung (siehe oben). Auch hier kann es eine Grund-Variante geben, die häufig eingekauft wird. Und damit mit geringem Wert an Lager liegt. Entscheidend ist jedoch für das Ersatzteil-Pricing, wie die Preise dieser Teile-Familie zueinander liegen.


Ersatzteilpricing bei Sortiments-Ausweitung

Gerade bei neuen Zubehören werden hohe Margen selten gelingen. Wenn Sie Ihren Markt auch auf neues Marktpotenzial testen, brauchen Sie attraktive Preise. Dabei geht es um zwei Überlegungen

Oft hilft es für die Unterstützung der Niederlassungen und Händler, wenn Sie für neue Sortimente zusätzlich Werbung offerieren. Die Investition in Ersatzteil-Marketing kann sich so für beide Seiten lohnen. Sowohl für das Pricing, wie auch für die Marketing-Maßnahmen müssen Sie die Zubehöre erkennen können. Und zwar nicht, weil Sie (noch) die Artikelnummer auswendig kennen ...


Sonder-Regeln für Kleinteile definieren

Kleinteile erscheinen Kunden immer zu teuer. Das liegt daran, dass hier ein hohes Maß an Markt-Transparenz herrscht. Denn was eine Schraube M6 kosten könnte ahnt jeder.
Trotzdem decken die Preise für solche Normteile praktisch nie die eigenen Kosten. Die Prozesskosten, insbesondere im Lager, fressen jeden noch so hohen Zuschlag auf. Sie können solche Kleinteile allerdings nicht aus Ihrem Sortiment streichen.
Daher bieten sich 2 Wege an, diese Klippe zu meistern:

Eine Kleinteile-Pauschale bietet auch in Folge-Prozessen einige Vorteile. Zum Beispiel können Sie auf deren Inventur-Zählung im Service-Van verzichten.
Völlig unabhängig vom Ersatzteilpricing sollten Sie es zur Vermeidung eines "Schraubenhandels" Ihren Kunden ermöglichen, solche Normteile aus dem eigenen Lager zu nutzen. Das kann klappen, wenn Ihre Ersatzteil-Dokumentation die vollständigen Norm-Bezeichnungen ausweisen.


Kundenindividuelle Ersatzteile
mit guten Ersatzteil-Preisen Geld verdienen

Es gibt sie, die individuellen Ersatzteile. Nicht nur, weil Sie eine Maschine oder Anlage nur einmal verkauft haben. Manchmal verlangt ein Kunde eben für dessen Anwendung etwas Besonderes. Für das Ersatzteil-Pricing bedeutet das, dass dieser Preis sich allen anderen Regeln entzieht. Diesen Umstand müssen Sie in Ihren Parametern wiederfinden. Damit Sie nicht beim Verkauf an diesen einen Kunden eine Überraschung erleben. Oder den Preis senken, obwohl dadurch keine Markt-Ausweitung erfolgen kann.
Mit einer "Sonderlösung" können Sie trotzdem auch in solchen Fällen Ihrer Hochpreisstrategie treu bleiben.

Natürlich versuchen Sie, diese spezielle Anwendung auch andere Kunden zu verkaufen. Aber trotzdem wird es dadurch kein Preis wie jeder andere.


Ausstattung für die eigene (Service-) Organisation

Häufig dient ein Ersatzteillager auch als Depot für die Ausstattung des Service. Davon kann Werkzeug betroffen sein. Oder Merchandising-Artikel. Oder ...
In jedem Fall greift auch für diese Pseudo-Ersatzteile ein eigenes Pricing. Meist soll kein Gewinn gemacht werden. Dann ergibt sich der Verkaufspreis als Einkaufspreis plus einem niedrigen Zuschlag.

Ihre Ersatzteil-Preise brauchen ein Update?

Warum nicht mit einem Tages-Workshop starten?
Das Alter als Preis-Parameter

Oft genug reicht die Endbevorratung nach Auslauf der Maschinen-Produktion (End-of-Production, eop) bis zum Sankt Nimmerlein Tag. Den Auslauf-Termin können Sie im Ersatzteil-Pricing nutzen. Denn mit dem Alter Ihrer Ersatzteile steigen deren angesammelte Lagerkosten. Diesen Service können Sie durchaus in Rechnung stellen. Doch auch hier gibt es Grenzen:

  • die Relation zum Maschinen-Preis,
  • die Kosten für ein Reengineering durch den Kunden.

Natürlich eignen sich Bedarfe für uralte Ersatzteile genauso gut für das Angebot einer neuen Maschine. Hier ist Abstimmung mit dem Vertrieb gefragt.


Ausnahme: Aktionsware

Auch im After Sales kommt es immer häufiger zu Sonder-Verkäufen. Das können Verkaufsaktionen für Zubehöre sein. Oder auch der Abverkauf von Ladenhütern oder Ersatzteilen mit extrem großer Reichweite.
Wenn beim Ersatzteil-Pricing diese Information nicht vorliegt, ist Ärger vorprogrammiert. Denn nicht eingehaltene Kampfpreise, die erst durch die Rechnung aufallen, schädigen Kundenvertrauen nachhaltig. Daher ist eine Kennzeichnung von Sonderpreisen zum Beispiel im ERP zwingend erforderlich.

Best-Practice auch beim Spare Parts Pricing

Ressourcen für das Ersatzteil-Pricing

Wie viele Bereiche im Unternehmen kennen Sie, bei denen 6- oder 7-stellige Beträge ohne eigene Ressourcen bewegt werden? Das Ersatzteil-Pricing zählt sicherlich oft genug dazu. Ohne Mitarbeiter für die Bepreisung von Ersatzteilen

Damit wird zwangsweise das Gewinn-Potenzial des Ersatzteilwesens nicht ausgeschöpft. Denn simplifizierende Entscheidungen, wie "pauschal 5 % mehr", genügen den heutigen Märkten nicht mehr. Wer durch eine Hochpreisstrategie die Möglichkeiten ausreizen möchte, wird ohne Ressourcen nicht klarkommen.


Preisberechnung: Kern des Ersatzteil-Pricings

Wir haben jetzt einige wesentliche Elemente für die Bepreisung für Ihre Preisstrategie festgehalten. Eine Software, die nicht Excel heisst, sorgt für die Datenhaltung. Es spricht jedoch nichts dagegen, Excel zur Stammdaten-Pflege zu nutzen. Ein fehlender Parameter lässt sich oft genug binnen weniger Stunden ergänzen.
Damit können Sie sauber kalkulieren.

Im Bild oben finden Sie Ansätze dazu, welche Kosten Sie durch das Ersatzteil-Pricing decken wollen. Denn oft genug entsprechen die Bewertungspreise nicht der ganz realen Realität. Sie stellen durch diese gesamthafte Betrachtung aber sicher, dass Sie immer Kostendeckung haben. Sonst stimmt die Basis für einen Teil der Cost-plus kalkulierten Ersatzteile nicht.

Denn es gibt keinen Grund dafür, dass Sie Ersatzteile zu billig verkaufen...


Neu-Aufwurf der Ersatzteil-Preise

Ein Neu-Aufwurf aller Ersatzteil-Preise bedeutet immer einen Bruch zur vorherigen Preisliste. Die meisten Preise werden gleichbleiben. Es gibt aber auch deutliche Anpassungen

  • die Preise neuer Artikel der letzten Monate kannte kaum jemand,
  • Ersetzungen bringen Baugruppen statt Komponenten,
  • Einkaufspreise sind wegen Mindermengen förmlich explodiert,

uns so weiter. Eine kurzfristige Kostenorientierung wollen Sie ohnehin vermeiden. Denn dafür gibt es jährlich fixe Preise. Mit diesem Bruch muss ein Projektmanagement einher gehen. Denn zur Kalkulation gesellt sich die Kommunikation. Noch vor der Berechnung neuer Preise ist Rückhalt zumindest in der eigenen Organisation wertvoll. Damit fließen auch die Marktrückmeldungen in die nächsten Schritte ein.


Parametrierung zur Berechnung von Ersatzteil-Preisen

Die wenigsten ERP-Systeme kennen Preisparameter als Teil der Datenbanken. Trotzdem kommen Sie nicht umhin, die Grundsätze Ihres Ersatzteil-Pricings in Parametern auszudrücken. Als Startpunkt bieten sich hierfür bereits vorhandene Stammdaten an. Daraus lässt sich meist mittelbar eine Funktion im Pricing abbilden.
Zusätzlich setzen viele Unternehmen des Maschinenbaus bei der Preisbildung an dieser Stelle auf eigenständige Preis-Software. Den Kern bildet dabei eine Matrix wie hier abgebildet:


Marktpreise berücksichtigen

Ein guter Draht zu Ersatzteilkunden zahlt sich aus. Durch ein gutes Vertrauensverhältnis erfahren Sie so echte Wettbewerbspreise. Die kommen aber nicht mit jeder neuen Preisliste sofort auf. Stattdessen beschweren sich immer wieder einmal Kunden. Schon hierfür brauchen Sie die oben genannten Ressourcen. Dadurch sammeln Sie im Laufe eines Jahres die Schiefstände Ihres Preise. Manchmal sogar zu niedrige Preise ...
Mit dem Neu-Aufwurf einer Preisliste kommt die Stunde der Wahrheit. Jetzt können Sie neu ermittelte Preise mit Marktpreisen vergleichen. Und natürlich auch anpassen.


Simulation für das neu kalkulierte Pricing

Eine neues Ersatzteil-Pricing bringt anders zusammengesetzte Umsätze mit sich. Die können Sie simulieren. Zunächst geht es um die Erreichung der vorab definierten Ziele. Denn es sind eben nicht mehr 5 % pauschal. Erst durch den Vergleich des bisher erzielten Umsatzes mit dem gleichen Absatz bei geänderter Bepreisung wird klar, wo
Wenn Sie gleichzeitig

  • die Regeln zum Rabatt ändern,
  • Boni einführen,
  • Sonderrabatte einführen,

wird die Simulation des neuen Umsatzes noch komplizierter. Aber nur so erfahren Sie, womit Sie im nächsten Budget wirklich rechnen können.

Dabei geht es nicht nur um die Brutto-Ziele. Eine Simulation stellt auch die Verhältnisse in einzelnen Märkten nach. Denn mit der neuen Preisgestaltung treffen Sie jeden Kunden anders. Zumindest in einer Simulation. Und das hilft in der weiteren Kommunikation.


Kontinuierliches Ersatzteil-Pricing

Jeden Tag entstehen neue Ersatzteile. Bei Start-of-Production (SOP) können es schnell auch viele Hundert sein. Dann geht es nicht um einen Neu-Aufwurf. Gerade bei SOP brauchen Sie längst nicht alle Preise sofort. Trotzdem wolllen Sie nicht bis zur nächsten Preisliste warten. Wegen der meist schlechten Datenlage gerade zu Anfang brauchen Sie daher ein robustes Verfahren, um auf jeden Fall aussagefähig zu sein. Hier gilt:

lieber anfänglich zu hoch bepreist, als nachträglich deutlich steigern zu müssen

Wenn Ihr Stammdaten-Management jedoch bereits bei SOP für alle Stammdaten sorgt, dann können Sie sie auch nutzen. Hierfür sollte mindestens ein einfaches Excel-Tool zur Verfügung stehen. Aber auch Pricing-Software wie nueprice erlaubt die zuverlässige Bepreisung einzelner Ersatzteile. Sie müssen jedoch gerade in der Hochlaufphase der Produktion manuell die Kosten prüfen. Allzu schnell finden sich Prototypen- Kosten im Ersatzteilwesen wieder.

Ersatzteile neu bepreisen

Warum nicht mit Ihrem eigenen Workshop starten?

Rabattierung von Ersatzteilen im globalen Netzwerk

Das Ersatzteil-Pricing muss berücksichtigen, dass der tatsächliche Umsatz je Teil fast nie dem Listenpreis entspricht. Gerade in einer globalisierten Lieferkette verlangen Händler und Niederlassungen nach Rabatten. Diese Rabatte sollen dreierlei ermöglichen

  • die Kostendeckung in der Lieferkette,
  • eine auskömmliche Marge auch in Vertriebsorganisationen in einer ansonsten ausgeprägten Wettbewerbssituation,
  • Gestaltungsspielraum für lokale Märkte mit Preistransparenz.

Basis-Rabatt: Vorsicht vor fiktiver Honorierung des Vertriebs

Oft genug werden Händler-Verträge geschlossen, die dabei über das Ziel hinausschießen. Dann finden sich Basis-Rabatte auf Ersatzteile von 50 % und mehr bereits im Muster-Vertrag. So gibt es keinen Grund, warum der eigene Auslands-Vertrieb solche Nachlässe hinterfragen sollte. Hier wird der Gestaltungsspielraum für das Pricing massiv eingeengt. Kampfpreise als Listenpreis sind jedenfalls nicht mehr möglich.
Aber auch für zusätzliche Rabatte wird die Luft dünn. Sonder-Verkaufsaktionen oder auch die Honorierung lokaler Vorratshaltung können kaum noch preislich unterstützt werden.


Ersatzteil-Bevorratung belohnen

Zeit ist ein knappes Gut. Zeit für einen Maschinenstillstand sowieso. Deshalb sind hohe Preise für Ersatzteile überhaupt erst gerechtfertigt. Rein logisch könnte daher die Preisbildung für eine Express-Belieferung einen Zuschlag vorsehen.
Besser ist es jedoch, den umgekehrten Weg zu gehen. Für eine langsame Belieferung gibt es einen Bonus. Damit wirkt ein Zuschlag auch nicht wie eine Bestrafung. Gleichzeitig erhält Ihre Ersatzteil-Organisation dadurch (hoffentlich) mehr Aufträge mit einem zeitlich entkoppelten Service Level. Ihr Ersatzteillager kann diesen zeitlichen Puffer zur Steuerung der Ressourcen nutzen.

Damit erzeugen Sie eine klassische Win-Win-Situation.

Vorratshaltung durch Pricing belohnen

Boni auf Ersatzteil-Umsätze

"Wer kauft schon mehr Ersatzteile als er benötigt?" ist immer wieder zu hören. Dabei ist auch bei Ersatzteilen der Marktanteil der eigenen Marke nie bei 100 %. Da die Markenloyalität auch bei Ersatzteilen in den letzten Jahren stetig abgenommen hat, liegt hier Potenzial.
Wenn also das Controlling Markt-Chancen bei Händlern (und dem eigenen Vertriebsnetz) in Euro ausdrückt, können erreichte Ziele auch durch Boni belohnt werden.
Es gibt jedoch für die operative Umsetzung ein Problem: die Zielerreichung sollte nicht durch "Aufhol-Käufe" im letzten Monat erfolgen. Dies hätte sowohl für die Ersatzteil-Verfügbarkeit wie auch für den Lagerbestand unangenehme Konsequenzen. Da solche Boni nach Erfolg schlecht prognostizierbar sind, muss für das Ersatzteil-Pricing mit pauschalen Annahmen gearbeitet werden.


Preisdurchsetzung am (lokalen) Ersatzteilmarkt

Das Feilschen um Ersatzteil-Preise ist eher ungewöhnlich. Das gilt insbesondere, wenn Zeit verkauft wird. Denn unter Termindruck ("Maschine steht") ist die Verhandlungsmacht ohnehin eher gering.
Also verlagert ein geschickter Ersatzteil-Einkäufer die Preisfrage Richtung Rabatt. Da das Vertriebscontrolling für Ersatzteile nur selten ausgeprägt ist, entsteht damit ein Wildwuchs an großzügigen Nachlässen.

Dabei erlauben alle ERP-Systeme ganz individuelle Preis-Methoden. Schließlich ist ein befristeter Rabatt oder auch der Nachlass auf einzelne Artikel immer deutlich günstiger als ein pauschaler Rabatt. Aber eben auch anstrengend. Dagegen hilft nur das konsequente Aufzeigen des verlorenen Gewinns.

Im Pricing Workshop Defizite angehen


Preis-Argumentation im Kundenkontakt

Der Kunde hat immer Recht. Auch wenn Kunden sich über Preise beschweren. Dadurch erhalten Sie wichtige Rückmeldungen vom Markt. Denn diese fließen in Ihren Regelkreis der Preisoptimierung ein.

Schlechte Preise lassen sich schlecht verteidigen. Aber für gut gemachte Preise kennen Sie das vorbereitete Storybook. So wissen alle Mitarbeiter, was Sie dem Kunden erwidern können. Damit sind dann auch die Regeln klar, wie Ihr Ersatzteilwesen einem Kunden entgegenkommt. Der Vertrieb greift  dagegen auf Mittel wie die Einwandbehandlung zu.

Und, wie bereits beschrieben, das Mittel der Wahl ist eben nie ein pauschaler Preis-Nachlass


Controlling des Ersatzteilpricings

Preis-Maßnahmen fußen auf einer Fülle von Annahmen. Erst der tatsächliche Absatz zeigt, ob die mit dem Ersatzteil-Pricing verbundenen Umsatz-Erwartungen eintreffen. Gerade bei Preissenkungen muss der Absatz überproportional steigen (siehe Muster-Kalkulation). Daher muss das Vertriebscontrolling in die Grundzüge jeder neuen Bepreisung eingebunden sein.

Damit steigt auch der Druck auf den Ersatzteil-Vertrieb, die Kunde von den Preissenkungen im Markt zu verbreiten. Und nicht nur das. Denn sind andere Feste Lieferanten erst einmal im ERP des Kunden verankert, bedarf es erheblicher Anstrengungen, dies umzudrehen. Nur einfach interpretierbare Grafiken zeigen schnell, wie erfolgreich der Vertrieb dabei war.

💽 Download des eBooks zum Pricing für Ersatzteile

Sie können diesen Beitrag zum Ersatzteilpricing hier kostenlos als pdf herunterladen:

Pricing-Beratung für Ersatzteile

Der hier beschriebene Prozess für das Ersatzteil-Pricing ist machbar, aber nicht ohne Tücken. Daher ist es durchaus sinnvoll, hierfür ein Projekt mit Unterstützung durch einen Ersatzteil-Berater zu initiieren. Denn es zeigt sich, dass die vermutet passable Datenlage dann doch nicht stimmt. In der Regel sind es genau die Stammdaten, die gut strukturierte Preise erschweren. Oft liegt das Wissen über die Zusammenhänge zwar vor, ist aber nicht elektronisch abgreifbar. Hier hilft Erfahrung, wie aus Hilfs-Informationen einigermaßen belastbare Annahmen entstehen können. Sonst kommt es zu den  klassischen Fehlern beim Spare Parts Pricing.

Letztlich muss auch hier die Frage nach dem ROI gestellt werden. Lohnt es, für eine Umsatzsteigerung von x % einen Berater zu bezahlen?
Die Antwort ist einfach

Warum machen Sie daher nicht den nächsten Schritt:

Sie schreiben mir ➥ ich melde mich

Ansonsten lasse ich Sie in Ruhe:
kein Spam, kein Newsletter

Ergo: kein Risiko

Thema: Ersatzteil-Pricing, außerdem ...


    Die hier übertragenen Daten dienen nur einem ersten Kontakt. Diese werden selbstverständlich auch nicht an Dritte weitergeleitet. Sie werden darüber hinaus auch keine Werbe-Mails oder Newsletter erhalten. Damit Sie trotzdem nachvollziehen können, was Sie an mich übermittelt haben, erhalten Sie eine Kopie Ihrer Eingaben. Meine Datenschutzerklärung können Sie außerdem hier einsehen.