Transparenz unerwünscht bei Ersatzteilen

Warum Transparenz unerwünscht ist

Google schafft Transparenz, auch im Ersatzteilmarkt. Das führt in der Konsequenz zu einem größeren Angebot. Wo hohes Angebot auf limitierte Nachfrage trifft, sinkt der Preis. Soweit die Gemeinplätze.
Wer das Ersatzteilgeschäft mit seinen hohen Margen lukrativ halten will, reduziert Transparenz, wo immer möglich.

Wie reduziert man Transparenz?

Die Markenbindung fängt schon bei der Entwicklung an

Schon vor der Einführung neuer Produkte gilt es, Überzeugungsarbeit zu leisten. Die Entwickler sind darauf getrimmt, Endprodukte zu möglichst geringen Kosten zu konstruieren. Doch schon mit minimalen Zusatzausgaben lassen sich Umsatzsteigerungen im After Sales erzielen, die diese Ausgaben um ein Vielfaches übersteigen. Und das mit wesentlich höheren Margen. So lassen sich viele Komponenten nicht nur mit dem eigene Logo versehen, auch die Ersatzteil-Nummer sollte nicht fehlen. Das ist bei werkzeuggebundenen Komponenten meist eine einfache Übung. Bei Service-Teilen, die im laufenden Gebrauch regelmäßig auszutauschen sind, macht es um so mehr Sinn. Nicht nur die eigene Ersatzteilnummer muss auf dem Teil zu finden sein, und das natürlich anstatt der Hersteller-Bestellnummer. Auch leichte Modifikationen zum 08/15 Standard-Teil erschweren den Austausch durch No-Name Fabrikate.

Artikelnummer und -bezeichnung: kein Hinweis auf den Hersteller

Bei der Anlage von Ersatzteilen im ERP-System gelten ähnliche Grundsätze. Die Artikelnummer des Herstellers zu verewigen, ist ein Tabu. Das gilt sowohl für dessen Ersatzteilnummer, wie auch für die Bezeichnung. Schließlich reicht es in vielen Fällen, in Google eine klassifizierende Abkürzung einzugeben. Schon ist der Hersteller identifiziert. Dann haben Sie mit Ihren hohen Zuschlägen auf Ihren Bezugspreis ein Preisproblem.

Vorverpackung: ein Muss im After Sales

Mit dem Eintreffen von Ersatzteilen im Ersatzteillager geht die Arbeit am Teil erst richtig los. Hier an der "Neutralisierung" zu sparen, heißt, auf Dauer Umsatz zu verlieren. Wo legal möglich und wirtschaftlich sinnvoll findet sich nach der Vorverpackung Ihre eigene Nummer und -bezeichnung auf dem Artikel. Mindestens sollten sie auf der Verpackung zu finden sein. Gerade im indirekten Vertrieb macht es darüber hinaus Sinn, durch Verpackung mit Ihrem Logo eine hohe Wertigkeit zu signalisieren. So ein Vorverpackungsprozess will organisiert sein:

  • da hier Arbeit in erheblichem Umfang lauert. So kann die Verlagerung zu Dienstleistern Sinn machen. Das können zum Beispiel Behinderten-Werkstätten sein, die je nach Aufkommen auch sinnvoll inhouse ihren Beitrag leisten
  • die Vorverpackung ist ein eigenständiger Prozess, der auch Durchlaufzeit in Anspruch nimmt. Eine saubere Abbildung im ERP erhöht die Transparenz. Gerade große Volumenströme zugekaufter Komponenten sollten ohne vermeidbaren Aufwand direkt zu Dienstleistern geliefert werden. Sie erst zu vereinnahmen, und dann wieder zu versenden, entspricht sicher nicht dem Lean-Anspruch.
  • für Art und Weise der Vorverpackung sollten entsprechende Anweisungen im ERP hinterlegt sein. Damit kann die vorgesehene Verpackung angewiesen werden (z.B. elektrische Ladung ableitende Folien für elektronische Bauteile). Aber auch speziell zu benutzende Aufkleber, zum Beispiel für Glasscheiben. Am Ende sollte es nicht im Belieben des Verpackers stehen, was er oder sie macht.
  • und natürlich die Neutralisierung selbst: Hinweise auf die Quelle werden entfernt. Allerdings ist sie nicht für alle Teile angebracht. Insbesondere bei sicherheitsrelevanten Ersatzteilen verbietet sich eine Entfernung der Hersteller-Kennung. Ähnliches gilt für Ersatzteile mit erhöhten Rückläufen wegen mangelhafter Qualität

Wenn wir schon einmal mitten im Vorverpackungsprozess sind:
Jetzt ist die Gelegenheit, zum Produkt passende Flyer gleich mit einzupacken.


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Diplom-Ingenieur
Andreas E. Noll

Am Hang 12
61476 Kronberg


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