Varianten im Ersatzteillager fertigen

Variantenteile

Durch Kitting können Variantenteile im After Sales kundennah erzeugt werden. Beratung hierzu senkt Bestand, erhöht Kundenzufriedenheit und VerfügbarkeitVarianten im Ersatzteillager fertigen

Variantenteile im Ersatzteillager konfiguieren

7. Januar 2017
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Kitting im Lager bringt Variantenteile auch im After Sales an das Ende der Lieferkette

1. Variantenteile im After Sales

Was ist ein Variantenteil?

Wir kennen im After Sales eine Fülle von Varianten-Teilen. Kennzeichen ist, dass sie sich nur durch einzelne Komponenten voneinander unterscheiden. Hierfür typische Beispiele sind Kits für

  • die Wartung,
  • den Umbau,
  • An- und Umbauten,
  • Zubehöre.

Daneben finden sich im Maschinenbau häufig längenabhängige Varianten. Klassische Vertreter sind

  • Meterware mit jeweils eigener Teilenummer,
  • Hydraulikschläuche,
  • Kabel mit Steckern,
  • Ketten.

Variantenteile "on demand" herstellen

Gemeinsam ist allen diesen Teilen, dass sie in Summe als Produktgruppe häufig nachgefragt werden. Aber auf Ebene der einzelnen Teilenummer eben nur selten.

Aus diesem Grund ist Lagerhaltung nur ausnahmsweise eine erfolgversprechende Option. Im Gegenteil: schnelle Varianten-Fertigung ist ein Baustein zur Senkung des Ersatzteil-Bestands. Auch die Einschaltung Dritter, und sei es die eigene Produktion, vermag die geforderte Geschwindigkeit im Ersatzteilgeschäft selten einzuhalten. Allein ein separater Versand direkt vom externen Produzenten zum Kunden bietet sich in solchen Fällen gelegentlich an. Allerdings gilt auch für Variantenteile, dass mit steigender Gängigkeit Lagerhaltung angeraten ist. Damit einher geht zwingend eine angepasste Verfügbarkeitsprüfung.

Eine vorlaufende Bedarfsplanung hilft, die Komponenten vorrätig zu haben. Unter dem Strich wird durch dieses Vorgehen auch der Lagerbestand aus Komponenten und Kits geringer gehalten, als wenn schlecht planbare Endprodukte vorrätig wären.

Bewertung von Variantenteilen

In der betriebswirtschaftlichen Betrachtung stellen sich Sets als Produktionsteile dar. Die Ermittlung des Werts geht den Weg über die Herstellkosten-Rechnung per Stückliste, plus etwaiger Zuschläge. Liegt ein Arbeitsplan mit bewerteten Arbeitszeiten vor, so fließen auch Zeiten in die Bewertung ein. Gerade weil es sich um eher selten gängige Teile handelt, sollte der Stammdaten-Aufwand minimiert werden. Deshalb dürfen Sie den Einsatz spezifischer Arbeitspläne durchaus kritisch hinterfragen.

Verkaufspreise von Variantenteilen

Die Ermittlung von Verkaufspreisen für Variantenteile kann nur selten Bottom up erfolgen. Meist stellt sich bei Kits die Herausforderung, den Preis des Kits niedriger zu halten, als die Summe der Preise von Komponenten. Damit wird es dem Kunden auch preislich schmackhaft gemacht, Teile im Kit zu kaufen. Dies können gelegentlich auch mehr Teile sein, als zwingend erforderlich. Damit wird Eventualitäten vorgebeugt. Darüber hinaus ist es auch für Kunden organisatorisch von Vorteil, lediglich eine einzige Position zu bestellen. Häufig ist die einzige Alternative für Kunden die Bestellung mehrerer Positionen, womöglich aufwändig ermittelt.

Ganz anders sieht es bei hochwertigen Variantenteilen aus, speziell bei Umbau- und Zubehör-Kits. Hier kann sich für den Kunden die Möglichkeit zur Aktivierung des Kits ergeben. Dann ergeben sich  zumeist größere Gestaltungsspielräume für den Verkaufspreis.

Mehr Umsatz durch verfügbare Variantenteile

Doch wieso sollte mit diesem Vorgehen mehr Umsatz generiert werden?

Einserseits wird für Kunden lästiger Aufwand reduziert. Der Kunde kauft eben alles, was erforderlich ist, mit nur einer einzigen Position. Andererseits kann sich die Service-Organisation auf sofortige Verfügbarkeit verlassen. Damit sind gerade in mehrstufigen Service- und Vertriebskanälen solche Kits den Endkunden einfach und schnell anzubieten. Darüber hinaus sind werbende Kataloge und Flyer möglich. Ein Kit lässt sich eben besser anbieten, als eine Summe einzelner Teile. Oft reicht schon ein einziges Foto, um eine ganze Produktfamilie sinnvoll zu bewerben.

Da für den Austausch von Monopolteilen meist auch wettbewerbsgefährdete Teile benötigt werden, können diese zu einem Ersatzteilkit geschnürt werden.

2. Kits zusammenstellen

In der einfachsten Form der Herstellung der Variantenteile wird lediglich ein Set zusammengestellt. Mehrere Teile kommen in eine Tüte oder in einen Karton. Gegebenenfalls wird eine Anleitung hinzugefügt. Speziell bei Service-Kits kann auch eine Checkliste Sinn machen, die dem Kunden als Nachweis einer Wartung ausgehändigt wird.
Auch in dieser einfachsten Form muss die Qualität der Leistung im Vordergrund stehen. Dies betrifft natürlich die schnelle Abwicklung, also die Komponente Zeit. Eine Methode schneller Abläufe ist die Wege-Optimierung. Wenn alle Kitting-Komponenten nahe am Kitting-Arbeitsplatz liegen, wird die Durchlaufzeit minimiert.
Fast genauso wichtig ist die eindeutige Identifizierbarkeit der Kits, und auch der Komponenten. Eindeutige Benennungen helfen nicht nur dem Service-Techniker.

Datenhaltung in Stücklisten

Im Fall des Kittings existieren die Stücklisten meist nur im After Sales. Allenfalls in Einzelfällen gibt es Zusammenhänge zu Fertigung und Montage der Endprodukte. Im einfachsten Fall wird auf Arbeitspläne verzichtet. Hiermit ist die Basis für eine hohe Autonomie gegeben. Ganz im Sinne von Pareto wird der Stammdaten-Aufwand klein gehalten.

Geschwindigkeit ist keine Hexerei

Entscheidend ist allerdings die Geschwindigkeit der Abwicklung. Im Maschinenbau sollte die Kit-Bildung schon am Tag des Auftragseingangs sein. Nur so unterscheidet sich ein Variantenteil aus Sicht des Kunden nicht von lagergängigen Ersatzteilen. Solches Kundenvertrauen will allerdings erst erworben werden.

Mit der Anforderung schneller Prozesse entfällt natürlich die sonst übliche Erzeugung von Fertigungs-Aufträgen im Batch. Und nur so ein Vorgehen ermöglicht überhaupt erst eine Auslieferung jeweils konsolidierter Kundenaufträge in einer Sendung.

3. Einfache Produktion implementieren

Nur wenig komplizierter dürften alle Formen des Ablänges sein. Auch hier steuert eine Stückliste den Verbrauch der Komponenten. Typisches Beispiel einer Komponente ist Kabelvon der Trommel. Die Varianten (=Kabel) sind im Ersatzteilbuch separate Nummern, mit jeweils unterschiedlicher Länge.

Eine Steigerung der Komplexität entsteht häufig dadurch, dass die Stücklisten nicht mehr nur im After Sales genutzt werden. Konsistente Daten (im Sinne der ISO 9000) lassen sich dann nur durch eine Lenkung der entsprechenden Dokumente erreichen. Schließlich darf die Stückliste im Ersatzteilwesen nicht anders sein, als in der Serienproduktion.

Eine weitere Steigerung der Komplexität stellt die Kombination beider zuvor gezeigten Formen der Variantenteile dar: variable Längen einer Komponente zusammen mit verschiedenen "Adaptern". Ketten mit Kettenankern, Schläuche mit Anschluss-Stücken, Kabel mit Steckern sind typische Vertreter dieser Variantenteile. Weiteres Kennzeichen sind einfache Montage-Arbeitsgänge, oder sogar Produktionsschritte mit Maschinen. In diesen Fällen kommen daher in der Bewertung nicht selten Zuschläge für Maschinen-Einsatz zur Anwendung.

Werbung zur Umsatz-Steigerung unerlässlich

Häufig werden gerade Kits erst nach bereits veröffentlichten Ersatzteilbüchern geboren. Deshalb geht es nicht ohne Werbung. Woher wollte der Kunde sonst wissen, dass es sie gibt?

Die Werbung selbst orientiert sich an Avataren:

  1. Techniker werden per Flyer angesprochen, gerne als Beipack zu einzelnen (Wartungs-)Teilen
  2. Einkäufer von Ersatzteilen erhalten die Info über preisliche und organisatorische Vorteile per Mail, gerne auch im Webshop,
  3. Service-Leiter erfahren im Rahmen von Gesprächen und Mail, wie schlank sie deren Wartung und Umbauten durch Benutzung von Kits gestalten können.

So dienen Kits als eine Form von Variantenteilen expliziz der Umsatzsteigerung.


Sie können diesen Beitrag zum Kitting in Ersatzteillägern hier kostenlos als pdf herunterladen.


Kitting von Variantenteilen im Lager hilft, Bestand zu senken und Kundenzufriedenheit zu erhöhen

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Diplom-Ingenieur
Andreas E. Noll

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